Dachte ich jedenfalls. Aber falsch gedacht. Herrchen fuhr früh weg, genauso früh wie sonst in der Woche. Mmmmh, ist heute nicht Wochenende? Später hat Frauchen mich eingepackt und gesagt, wir fahren jetzt zu Herrchen auf den Bogenschiessplatz. Hat mir auf der Fahrt erzählt, dass bei Herrchen auch eine Schäferhündin ist, die laut ihrer Besitzer Hunde immer ignoriert, weil sie nix damit zu tun haben will.
Ich hab mich schon gefreut, denn auf dem Bogenschiessplatz bin ich total gerne. Immer wenn ich ihn riechen kann, weil wir es nicht mehr weit haben, stehe ich schon erwartungsfroh im Auto. Aber an diesem Tag war alles anders. Viele Autos, viele fremde Menschen… Na gut, schaun wir mal.
Dann war ich heilfroh, dass Frauchen vorab gebeten hatte, dass die DSH Hündin angeleint sein sollte, wenn ich komme, denn die Zicke begrüßte mich schon mal lautstark und sehr böse. Ich schnaubte natürlich zurück – ist ja mein Bogenplatz – und uns war sofort klar, dass das ein “Der tut nix Hund” sein muss. Die trifft man ja sehr oft heutzutage. Man erkennt sie daran, dass die Besitzer immer ganz laut kund tun, dass der Hund NIX TUT. Frauchen weiß aus langjähriger Erfahrung , vor diesen Hunden muss man sich besonders in acht nehmen… denn wenn was passiert, dann war es ja immer der andere Hund, also ich. So besorgte mir Frauchen einen ruhigen Platz neben ihr und legte mich ab, denn Frauchen und Herrchen mussten leider beide arbeiten. Von diesem Logenplatz hatte ich einen guten Überblick.

Ab und an ging Frauchen oder Herrchen mit mir mal raus, oder auch mal spielen und dann wurde jede Bewegung von mir von der Oberzicke mit Gekläffe quittiert. Ich habe es aber geschafft, das alles 2 volle Tage bis auf zwei Ausnahmen komplett zu ignorieren! Darauf war Frauchen sehr stolz und es hat lecker Hühnerfiletstückchen dafür gegeben. 
Ich habe mich alles in allem von meiner allerbesten Seite gezeigt. Viele Leute haben mich angefasst – auch auf den Kopf getatscht – mit mir gesprochen und waren nett zu mir. Es waren noch einige andere Hunde zu Besuch, die hab ich ignoriert und die mich. Alles kein Problem.

Frauchen kann sich noch gut an die Zeit erinnern, als ich noch klein war und mich von niemand Fremden anfassen lies. Immer auf Rückzug war und den Händen ausgewichen bin. Das ist heute anders, ich hole mir für’s Anfassen einfach einen guten Zug Menschengeruch an den peinlichsten Stellen – und schon sind die Finger der Menschen oft ganz schnell wieder weg. 
Es waren 2 anstrengende Tage für uns alle, aber wir haben sie gut gemeistert. Nun müssen wir uns erstmal wieder davon erholen. Herrchen erholt sich am allerbesten auf seiner Arbeit
und Frauchen und ich zuhause.